Diese Exkursion ist das Komplettpaket! An drei Tagen erkunden wir mit dem Fahrrad nicht nur die zwei aktiven Tagebaue Hambach, Inden und ihre Umgebung, sondern auch den Süden des Reviers: Die herrlich-idyllischen Villewälder südwestlich von Köln. Nichts lässt einen mehr vermuten, dass sich dort vor hundert Jahren das Zentrum der Rheinischen Braunkohleindustrie befand. Wirklich nichts? Wir begeben uns auf eine intensive Spurensuche und entdecken natürlich doch noch das ein oder andere Überbleibsel des Braunkohleabbaus, bevor es an den zwei folgenden Tagen zu den noch aktiven Großtagebauen geht.
Mehr kann man nicht erfahren über Geschichte, Gegenwart und Zukunft des Rheinischen Braunkohlereviers als bei dieser Tour.
Ablauf:
Donnerstag (02.10.25): Individuelle Anreise nach Jülich bis 17:30 Uhr. Empfang durch die Reiseleitung um 18:00 Uhr. Anschließend Vorstellungsrunde und Kurzvortrag zur Geschichte der Region und zum Braunkohleabbau bei einem gemeinsamen Abendessen im Restaurant.
Freitag (03.10.25): Fahrradfahrt zum Bahnhof Jülich. Anschließend Anreise mit der Bahn nach Horrem. Exkursion ins südliche Revier zu den Anfängen des Braunkohleabbaus, die heute nur noch mit geschultem Auge sichtbar sind. Denn aus den Löchern wurden Seen und Wälder. Im Vordergrund dieser Etappe steht auch die Erinnerung an die ersten Dörfer, die ab den 1950er Jahren den immer größer werdenden Tagebauen weichen mussten. Wo sind die Menschen damals hingezogen und was erinnert an ihre verschwundene Heimat?
Rückreise mit der Bahn von Horrem nach Jülich.
Ca. 45 km Tagesstrecke.
Samstag (04.10.25): Mit den Rädern starten wir direkt am Hotel in Richtung Tagebau Inden. Für diesen Tagebau mussten nicht nur tausende Menschen ihre Heimat verlassen, sondern auch der Fluss Inde wurde verlegt. Wir radeln entlang seines neuen Flussbettes, besichtigen den umgesiedelten Ort Neu-Lohn und beschäftigen uns am künstlich angelegten Blausteinsee mit den Herausforderungen und Chancen, die auf die Region noch zukommen werden, wenn man nach dem Kohleausstieg aus den Tagebaurestlöchern die größten künstlichen Seen Deutschlands anlegen will. Dieser Tag steht ganz im Zeichen des Wassers, denn anschließend fahren wir zum Lucherberger See, der mittlerweile trocken gelegt ist, um demnächst im Tagebau Inden zu verschwinden. Nach einem letzten Blick ins Loch am Aussichtspunkt Merken fahren wir weitestgehend entlang der Rur zurück Richtung Hotel.
Ca. 45 km Tagesstrecke.
Sonntag (05.10.25): Direkt hinter Jülich erhebt sich der größte menschengemachte Berg der Welt, den wir zu Beginn der Etappe erklimmen werden. Hier warten skurrile Attraktionen auf uns: Ein Gipfelkreuz ohne Gipfel, ein Aussichtsturm ohne Aussicht und Wildpferde in einem Gehege!
Nach einer rasanten Abfahrt und einem Blick ins Loch am Aussichtspunkt Forum Terra Nova, besichtigen wir die Wüstung Manheim. Vom ehemals 1.700 Einwohner*innen zählenden Dorf sind heute nur noch ein paar Häuser und die Kirche übrig. Hier werfen wir einen Blick in die Zukunft der Region, bevor wir in das Reststück des Hambacher Walds fahren und den Ort besichtigen, der zum Symbol des Protests gegen den Braunkohleabbau wurde.
Im geretteten Braunkohledorf Bürgewald (ehemals Morschenich) zeigt uns der umgesiedelte Künstler und Dorfchronist Bernd Servos sein Heimatdorf. Was bedeutet es, für die Braunkohle sein Zuhause zu verlassen und was macht das mit Einem, wenn die Umsiedlung – wie im Fall von Bürgewald – umsonst war? Bernd steht uns Rede und Antwort und hat viele Archivfotos im Gepäck, die seine Geschichten noch anschaulicher machen.
Danach geht es zur Verladestelle der Hambachbahn, wo die Kohlezüge wie von Geisterhand beladen werden. Anschließend fahren wir durch viel Grün zurück zum Hotel.
Ca. 65 km Tagesstrecke. Außerdem etwa 350 Höhenmeter!
Montag (06.10.25): Nach einer gemeinsamen Abschluss- und Reflexionsrunde findet ab 11:00 Uhr die individuelle Heimreise statt.
Nachdem wir oft auf Feldwegen und Schotterpisten unterwegs sein werden, bitte ein Trekkingrad/Mountainbike einplanen und kein Rennrad.

Die Route der dreitägigen Fahrradexkursion durch das Rheinland. Quelle Karte: ©GeoBasis-DE / BKG (2024) CC BY 4.0
Termine
Übernachtung
Das Hotel befindet sich in der Zitadellenstadt Jülich, dem perfekten Ausgangsort für eine Erkundung des Reviers. Denn: Von hier aus können wir bequem und ohne vorherige Anreise mit den Öffentlichen direkt zu den Etappen „Inden“ und „Hambach“ aufbrechen.
Kosten
679 € pro Person bei Übernachtung im Einzelzimmer
Inklusivleistungen
- 4 Übernachtungen in der gewählten Zimmerkategorie
- 4 mal reichhaltiges Frühstücksbuffet
- Reiseleitung durch mich an den drei Exkursionstagen
- digitale Reisemappe vorab mit ausführlichem Programm und Tourenbeschreibung sowie Tipps für einen längeren Aufenthalt in der Region
- Dorfspaziergang durch gerettetes Braunkohledorf Bürgewald mit einem umgesiedelten Zeitzeugen
Kundenfeedback zur Tour:
„Vielen Dank für die Einblicke in die verschiedenen Aspekte/Bereiche des Braunkohleabbaus, die Du mit Deiner Exkursion ermöglicht hast! Durch Deine Leidenschaft für diese Thematik, Dein umfassendes Wissen und Dein Feingefühl dafür, was die Gruppe gerade interessiert, wirkten die Infoblöcke nie trocken, sondern halfen, ein Gefühl für den jeweiligen Ort zu bekommen, an dem wir gerade verweilten. Während sich die Beine schon von den angenehm portionierten Radetappen erholt hatten, war mein Kopf an jedem Ort noch damit beschäftigt, all die Eindrücke und Irritationen zu verarbeiten, die z. B. das riesige Loch mit Baggern und Förderbändern, die geisterhafte Verladestation oder der Dorfplatz von Manheim mit blühenden Blumen und Kirschen, um den herum kein Dorf mehr steht, hervorriefen.
Mit vielen bleibenden Eindrücken fuhr ich wieder nach Hause. Großes Lob für Deine Arbeit!“
- Helena B., Teilnehmerin im März 2024
Anmerkungen
Die Exkursionen finden in Kleingruppen bis maximal zwölf Teilnehmer*innen statt. Sollten spätestens sechs Wochen vor der Exkursion nicht mehr als vier Teilnehmer*innen angemeldet sein, kann die Exkursion vom Reiseleiter abgesagt werden, weswegen die Buchung eines Flexpreis bei Bahntickets empfohlen wird.
Die Teilnehmer*innen müssen ihr eigenes Fahrrad mitbringen bzw. können sich am Kölner Hbf an der Radstation Köln ein Trekkingrad oder E-Bike ausleihen. Bei schlechtem Wetter verkürzen sich entsprechend die Fahrstrecken und das oben beschriebene Exkursionsprogramm muss entsprechend um bestimmte Stationen gekürzt werden. Es besteht kein Anspruch auf Durchführung des kompleten Exkursionsprogramms.
Alle Preise sind Endverbraucherpreise und beinhalten bereits 19 % MwSt.
Buchung
Buchung per Mail oder Telefon direkt beim Veranstalter: Kontakt