Tagebau Garzweiler

Garzweiler – verschwundenes Land

Epprath, Morken-Harff, Königshoven, Reisdorf, Elfgen, Belmen, Priesterath, Stolzenberg, Garzweiler, Otzenrath, Spenrath, Holz, Pesch, Borschemich, Immerath und Lützerath, …

Die Liste der für die Tagebaue Garzweiler I & II abgerissenen Ortschaften ist lang. Auf dieser Tour begeben wir uns auf eine Spurensuche, entdecken dabei ein wunderschönes spätmittelalterliches Dorf, das aufgrund seiner hohen Dichte an Denkmälern vom Tagebau verschont blieb und schauen in den fünf laut Koalitionsvertrag „geretteten“ Nachbardörfern von Lützerath vorbei, die trotz ihrer Rettung noch ein Schattendasein fristen: Die Abbruchkante des Tagebaus ist hier teilweise 400 Meter vor dem Ortseingang.

Je nach Routenwunsch der Gruppe (Kondition und Interessensgebiete werden zu Beginn der Tour abgefragt) ist die Tour etwa 35 – 40 km lang und beinhaltet bis zu 200 Höhenmeter. Die Höhenunterschiede sind – bis auf einen kurzen, steilen Anstieg zu Beginn der Tour – aber immer sehr gleichmäßig und entspannt. Die Wege sind meistens unabhängig vom Autoverkehr und sehr angenehm zu fahren. Vereinzelt gibt es allerdings Abschnitte auf größeren, stark befahrenen Straßen, die leider nicht zu vermeiden sind.

Das Dorf Garzweiler verschwand in den 1980er Jahren. Nach dem Dorf wurden die Tagebaue Garzweiler I und Garzweiler II benannt. Anhand von alten Ansichtskarten, Fotos und historischen Landkarten rekonstruieren wir auf der Tour die Geschichte der verschwundenen Dörfer.

Ablauf

Treffpunkt: Um 09:30 Uhr am Bahnhof Bedburg. Erreichbar mit den Regionalbahnen RB38 (aus Köln) und RB39 (aus Neuss).

Wir starten unsere Tour entlang der idyllischen Mühlenerft. Obwohl sich bei dieser Tour viel um den zweitgrößten Tagebau im Rheinischen Braunkohlerevier dreht, geht es trotzdem oft beschaulich und naturnah zu. Wir besichtigen die ehemals zweitkleinste Stadt Deutschlands, die heute ein außerordentlich beeindruckendes Beispiel einer spätmittelalterlichen Stadt am Niederrhein ist – und fast der Braunkohle zum Opfer gefallen wäre. Erst durch bürgerschaftlichen und politischen Protest konnte das verhindert werden und so können wir heute einen historischen Ortskern besichtigen, in dem die Hälfte der Häuser unter Denkmalschutz steht. An diesem schönen Ort machen wir auch unsere Mittagspause. Es gibt hier ausreichend Verpflegungsmöglichkeiten.
Auf der nebenan gelegenen Abraumhalde begeben wir uns danach auf Spurensuche: Was verschwand im Tagebau Garzweiler I und was erinnert heute daran? Hier kommen geschichtlich Interessierte auf ihre Kosten. Nach einem längeren Radelabschnitt werfen wir am Aussichtspunkt Jackerath einen ersten Blick ins Loch. Danach radeln wir weiter nordwärts und beschäftigen uns mit den Ausstiegsplänen für das Rheinische Revier:
Wann steigen wir aus der Kohle aus? Warum gibt es ein Schlupfloch für einen drei Jahre späteren Ausstieg, von dem fast niemand weiß? Ist Lützerath „umsonst“ abgerissen worden?
Hier wird es spannend für alle politisch Interessierten.
Natürlich beschäftigen wir uns auch mit den fünf laut Koalitionsvertrag „geretteten“ Dörfern und den Problemen, die die dortigen Bewohner*innen trotz der Rettung haben.
Nach einem letzten Blick ins Loch endet unsere Tour am Bahnhof Hochneukirch.

Endpunkt: Ca. 16:30 Uhr in Hochneukirch. Hier fahren die RE8 und RE27 nach Köln bzw. nach Mönchengladbach.

Nachdem wir viel auf Feldwegen und Schotterpisten unterwegs sein werden, bitte ein Trekkingrad/Mountainbike einplanen und kein Rennrad.

Termine

Sonntag, 07.07.24
Samstag, 20.07.24
Sonntag, 04.08.24
Sonntag, 18.08.24
Sonntag, 15.09.24
Sonntag, 06.10.24

Kosten

60 € pro Person und Tour
50 € für Schüler*innen, Auszubildende und Studierende

Ohne Verpflegung. Es sind Zwischenstopps an Bäckereien/Supermärkten zum Kauf von Proviant vorgesehen. Angenehme Orte für die Mittagspause wird es auch einige geben.

Blumen vor dem Eulenturm von 1370 – Ein spätmittelalterliches Dorf blieb aufgrund der hohen Dichte an Denkmälern vom Tagebau verschont und ist ein Highlight unserer Garzweiler Tour.

Anmerkungen

Die Exkursionen finden in Kleingruppen bis maximal zwölf Teilnehmer*innen statt. Die Teilnehmer*innen müssen ihr eigenes Fahrrad mitbringen bzw. können sich am Kölner Hbf an der Radstation Köln ein Trekkingrad ausleihen (Kosten für einen Tag: 14 €). Bei schlechtem Wetter verkürzen sich entsprechend die Fahrstrecken und das oben beschriebene Exkursionsprogramm muss entsprechend gekürzt werden. Es besteht kein Anspruch auf Durchführung des kompletten Exkursionsprogramms.

Alle Preise sind Endverbraucherpreise und beinhalten bereits 19 % MwSt.

Buchung

Voranmeldung unbedingt notwendig! Buchung per Mail oder Telefon direkt beim Veranstalter: Kontakt